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Suchen dich schon wieder Leidenschaften heim?
So saftig rot und glänzend kann kein Apfel sein –
und muss man auch kopfschüttelnd dieses verstehen,
sind später allmählich ernüchternd besehen
manch zartes Gemüse, verbotene Früchte
nur fad auf der Zunge, oft runzlig bei Lichte;
entschuldigen solches nur Triebstau und Süchte.
Sei ein Mann und keine Memme!
Hilf dir selbst aus deiner Klemme!
Pack das Biest mit Eleganz
und Arbeitshandschuh flugs am Schwanz!
Zaudre nicht lange und schlachte die Schlange;
füll prall sie mit Pilzen, Schalotten und Speck
und flambier sie! Verdammt, schmeiß die Äpfel doch weg!
Die Schlange hat vier appetitlich pralle Schenkel – **
hacke ab die evolutionären Henkel,
lass die wohlentbeinten Kriechtierwaden
in pikanter Marinade baden –
dann wabert sehr bald schon der Geist von Bocuse
betörend im Bratenduft durchs Paradies...
Schon versammeln hungrig sich die Götterboten;
Michael und Gabriel,
auch Raphael und Uriel,
die Neffen lustvoll nackter griechischer Eroten –
Thronoi und die Seraphim,
die Scharen und die Cherubim
und andre viel zu keusche nützliche Idioten
sitzen dann mit prallen Plauzen,
schlangenspeckverschmierten Schnauzen,
fröhlich schmatzend unterm Apfelbaum;
und Meister Luzifer, man glaubt es kaum:
Er flötet virtuos wie einst Kollege Pan,
lockt schließlich in lasziver Pose Eva an –
was man als Mann nur allzu gut verstehen kann...
Als sei das nicht genug der puren Fleischeslust,
verbeißt er sich zum Nachtisch sanft in ihrer Brust...
Leider ließ Adam sich damals bequasseln:
Anstatt der Geschuppten die Tour zu vermasseln
schritt er unbedacht zur Tat –
und wir haben den Salat!
**wir befinden uns ja vor dem Sündenfall!
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